Supervision für Provenienzforschung und Restitutionsverfahren

Anmerkung:  Mit immer neuen Attacken und öffentlichen Angriffen, wurde in der letzten Zeit so viel Druck aufgebaut, dass einige Auftraggeber ihre Restitutionsaufträge zurückziehen mussten. Restitution als Folge von Unrecht ist eine zu ernste Sache, als dass solche Unappetitlichkeiten Ursache für das Ausbleiben der Aufklärung sein dürfen. 

Daher werde ich ab 2019 keine Restitutionsforschung mehr anbieten und hoffe, dass den Opfern durch die fähigen Hände der Fachkollegen die Wiedergutmachung zuteil wird, die sie verdienen. 

Gez. Julien Reitzenstein 

Auch über 70 Jahre nach Kriegsende gibt es noch offene Restitutionsfragen. Gleichzeitig sind in staatlichen Sammlungen noch tausende von Provenienzen ungeklärt. Oft ergibt sich aus einem begonnenen Fall eine Kette von weiteren Fällen. Ein Beispiel:

Ein Museum stellt ein Gemälde aus, das in einer Unternehmenszentrale hing. Die vormaligen Eigentümer wurden vom NS-Regime genötigt, das Bild versteigern zu lassen. Die zweite oder dritte Erbengeneration möchte nun aber wissen, unter welchen Umständen ihre Vorfahren das Unternehmen verloren, was aus den Unternehmensliegenschaften wurde, den dort hängenden anderen Kunstgegenständen, aber auch den luxuriösen Fahrzeugen des Vorstandes?

Aufgrund von Verjährungen sind Rechtsansprüche in der Regel nicht durchsetzbar. Doch auch jenseits der „Washington Principles“ streben die meisten Erben nicht nach Geld, sondern nach Anerkennung des ihrer Familie widerfahrenen Unrechts. Manche haben auch den Wunsch die Geschichte ihrer Familie in Buchform zu bringen, oft unter besonderer Betrachtung des Unrechts zwischen 1933 und 1945. Dabei gibt es in vielen Fällen eine günstige Archivlage. Recherchen führen dann oft wieder zu vormaligem Familienbesitz in staatlicher Hand, für die nach den „Washington Principles“ eine „faire und gerechte Lösung“ mit Rückgabe oder Entschädigung endet.

All diese Recherchen sind jedoch aufwendig und vieles dabei ist Fleißarbeit. Für diese sind hochspezialisierte Experten jedoch in vielen Fällen eine gute, aber unwirtschaftliche Lösung. In sehr vielen Fällen bedarf es neben den Rechercheuren qualifizierter Experten verschiedenster Gebiete: Von Oldtimer bis Immobilienbewertung, von Notar-, Gesellschafts- und Grundstücksrecht bis Kunstgeschichte, von Spezialisten für Gestapoverhöre, bis zu Rechtsmedizinern zur Beurteilung erlittener Folterverletzungen.

Aus Wirtschaftlichkeitsgründen kann es sinnvoll sein, eine Recherchestrategie und ein –ziel zu entwickeln. Darauf aufbauend müssen Rechercheure in ihre jeweiligen Gebiete eingearbeitet werden, parallel sind Experten in gebotenem Umfang einzubeziehen.

Die Supervision solcher gemischten Teams erhöht deren Effizienz, während gleichzeitig die Ergebnisse plausibilisiert, ggf. gegengeprüft und zudem koordiniert werden.

Diese Dienstleistung führt in sehr vielen Fällen zu einer wirtschaftlichen Provenienzforschungssituation und belastbaren Ergebnissen zur Entscheidung von möglichen Restitutionsforderungen.

Bitte sprechen Sie mich an.